Lest hier ein paar kleine Geschichten aus den Anfangstagen der VGER Mobil Disco:
 

1. VGER und der Kurzschluss

Als das VGER Disco Team 1987 erstmalig das Millinger Festzelt zu beschallen hatte, stand das kleine Team noch am Anfang seiner Laufbahn. Also musste natürlich einiges Material für eine solch große Veranstaltung hinzugemietet werden. Hierbei wurde auch auf ein langes Kraftstromkabel zurückgegriffen, das freundlicherweise vom Schützenverein eines Nachbarortes zur Verfügung gestellt wurde. Dieses Kabel hatte bisher tadellos den Motorantrieb für den Kugelfang an der Vogelstange versorgt. Als im Millinger Zelt nun nach erfolgreichem Aufbau der eigenen und hinzugemieteten Geräte die Netzspannung zugeschaltet wurde, dröhnte kurz ein heftiges Brummen aus allen Boxen, um dann in einem dumpfen "Plopp" zu enden. Gleichzeitig trat Rauch aus diversen Effektscheinwerfern und Musik- und Lichtsteuergeräten auf. Zwar wurde umgehend die Stromversorgung wieder abgeschaltet, aber es war bereits einiges beschädigt worden.
Die Untersuchung des geliehenen Stromkabels zeigte schnell, dass durch eine interne Verpolung in einem der Stecker ein Teil der Anlage überhöhte 380V erhalten hatte. Leider waren neben einigen Schweinwerfern auch Geräte der Tonanlage betroffen: Tapedecks, Equalizer, Mischpult und eine Endstufe hatte es dahingerafft. Glücklicherweise konnte sehr kurzfristig  Ersatz beschafft werden, so dass die Premieren-Disco im Millinger Festzelt dann ab 21.15 Uhr doch noch ihren mehr als erfolgreichen Verlauf nehmen konnte.

P.S. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an den Retter in der Not: Anselm Goertz.
 

2. Thomas H. und der Millinger Leitersturz

Im Verlauf der Folgejahre zeigte sich sehr schnell anhand der stetig steigenden Besucherzahlen, dass sich die Millinger Zeltdisco zu einem echten Highlight unter den sommerlichen Schützenfestdiscos in der Region entwickeln sollte. Daher präsentierte die VGER Mobil Disco dem Publikum in jedem Jahr eine neue Besonderheit und steigerte den technischen Aufwand. Hierzu wurden neben der stetig wachsenden Anlage zusätzlich in der Dachkonstruktion des Zeltes die verschiedensten Lichteffekte integriert. Dabei mussten mitunter akrobatische Leistungen erbracht werden, um die teilweise schweren und manchmal unhandlichen Geräte auf einer langen Leiter in den Zelthimmel zu hieven. Anfang der 90er trug sich dann ein  Missgeschick zu, an das sich Thomas H. sicherlich nur ungern zurückerinnern wird. Während er die Leiter hinaufkletterte und sich auf sein Ziel konzentrierte, gingen die Sicherungsposten plötzlich anderen Arbeiten nach, was zur Folge hatte, dass Thomas H. mitsamt der Leiter unfreiwillig den praktischen Beweis der Newtonschen Gravitationstheorie unter Hinzuziehung der Auswirkung von Reibungskräften erbrachte. Resultat des "Millinger Leitersturzes" waren, neben einer schmerzhaften Prellung am Schienbein des Betroffenen und einem gehörigen Schrecken aller Beteiligten, verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und letztlich dieser Artikel.

P.S. Thomas H. hat die Aktion gut überstanden, allen verziehen und in der Folgezeit noch viele Discos absolviert.
 

3. Stefan R. und das Gewitter

Bekanntermaßen findet das Millinger Schützenfest oftmals unter extremer Sommerhitze statt. Mitte der 90er Jahre bildete sich im Verlauf eines Abends nach schwüler Wetterlage ein mächtiges Gewitter. Zahlreiche helfende Hände waren notwendig, um bei plötzlich aufkommenden Sturmböen und einsetzendem Wolkenbruch das Zelt abzudichten und Türen und Planen zu sichern. Dabei zeigte sich, dass die Verbindung zwischen den Planen des Hauptzeltes und des angrenzenden Thekenzeltes nicht perfekt gelungen war. Das Regenwasser ergoss sich in beeindruckender Menge in einen Teilbereich des Thekenraumes und drohte dabei auch diverse 220V Verteilersteckdosen in Mitleidenschaft zu ziehen. Hier trat Stefan R. in Aktion, der unerschrocken die Netzstecker der Zapfanlagen aus den Verteilerdosen zog, während die Wassermengen gleichzeitig seine Hände und die Stromleitungen umfloss. Es konnten damals zu keinem Zeitpunkt ein Aufleuchten oder andere ungewöhnliche Reaktionen des Stefan R. festgestellt werden.

P.S. "Kids, do not try this at home!"
 

4. Sabrina T. und der Blumenkohl

Wenn sich nach dem Ende der Millinger Zeltdiscos gegen 4 Uhr morgens die letzten Gäste heimwärts bewegen und die Mannschaft des VGER Teams ans Abbauen der Disco-Anlage geht, sind häufig noch Freunde und Bekannte anwesend, die spätestens zu diesem Zeitpunkt eine erstaunliche Beobachtung machen können. Aufgrund der in jedem Jahr sehr großen Besucherzahl bildet sich an den Dachplanen des Millinger Großraumzeltes durch die im Verlauf des Abends sinkenden Außentemperaturen reichlich Schwitzwasser, welches sich an den Tragstangen des Zeltdaches sammelt und hinabtropft. Dies ist bei leerem Zelt sehr schön anhand der feuchten Markierungen auf dem Zeltboden zu sehen. Sabrina T. wurde morgens um 4.30 Uhr von einigen solcher Tropfen erwischt, was umgehend zu einer kollektiven "Blumenkohlwarnung" des VGER Teams führte. Es benötigte danach einige Zeit, um Sabrina T. klarzumachen, was diese Kondenswassertropfen eigentlich so alles beinhalten (Nebel- und Bierdunst, Schweiß, Nikotin etc.) und wie ernüchternd am nächsten morgen vor dem Badezimmerspiegel so ein daraus resultierender "Blumenkohl" an den Mundwinkeln sein kann...